(Nach dem Buch von Alan Martiboys Teaching with Emotional Intelligence. Oxon: Routledge, 2005.)
Traditionell erwartet man als Lernender bzw. Student vom Lehrer 2 Seiten: Kompetenz im Fach und Kompetenz in der Vermittlung (Methodik, Paedagogik). Hier wird eine dritte Seite betrachtet, die bisher weitgehend vernachlaessigt wurde, die der emotionalen Intelligenz.
Emotionale Intelligenz koennte man ausklammern, wenn man das Lernen als rein kognitiven Prozess betrachtet. Antonio Domasio, ein Neuro-Wissenschaftler, hat in seinem Buch Descartes’ Fehleinschaetzung (1996) jedoch u.a. gezeigt, wie komplex Entscheidungsprozesse und Denken unter Einwirkung von Emotionen ablaufen. Deshalb sollte allgemein die ‘Emotionale Intelligenz’ beruecksichtigt werden. Fuer den Lehrer bedeutet dies, dass er mit seiner Emotionalen Intelligenz
1. die Gefuehle und Motive seiner Studenten wahrnimmt und darauf so reagiert, dass beide Seiten mit Situationen effektiver umgehen koennen,
2. Gefuehle und Motive seiner Studenten in gewissem Umfang so stimuliert und ermutigt, dass der Lernerfolg besser ist.
Gemaess einer Umfrage unter 17-19 jaehrigen Studenten hat ein emotional-intelligenter Lehrer folgende Eigenschaften: freundlich, respektvoll, persoenlich, humorvoll, zuhoeren koennen.
Die ideale Lernsituation, die beide Seiten anstreben sollten, ist der sogenannte ‘Fluss’. Fluss bedeutet, dass man von einer Aufgabe voll und ganz eingenommen ist. Dann ist das Verhaeltnis zwischen Motivation, Faehigkeit und Anforderung der Aufgabe in einem zielorientierten Kontext. Diesen Zustand erreicht man, wenn man emotional vorbereitet und bereit ist, was sowohl fuer Lehrer als auch Lernende gilt. Es macht sich bezahlt, wenn man sich gegenseitig mit Aufrichtigkeit, Hoeflichkeit, Verstaendnis und Umsicht behandelt.
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